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WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

Das Reich eines gekreuzigten Gottes, der nicht scheitert
 
XXXIV. (letzter) Sonntag im Jahreskreis
Hochfest CHRISTKÖNIG
Lesejahr B – 22. 11. 2009

 

Dan 7,13-14
Psalm 92
Offb 1,5-8
Joh 18,33-37

 

Überlegungen

Eine wirklich eigenartige Weise, sich zum König zu proklamieren! Christus, der Leidensmann, im Dialog mit dem römischen Prokurator (Evangelium), hat die Königsinsignien: auf dem Haupt eine Krone, in der Hand einen Stab, einen Purpurmantel, unterwürfige Grußworte der Soldaten … Alle Zeichen eines Königs, der gescheitert ist! Die religiösen Führer, die Leute auf dem Platz, die römischen Soldaten sind nunmehr davon überzeugt: sie glauben, gesiegt zu haben, ihn vernichtet zu haben. Pilatus ist verwirrt vor der Gelassenheit jenes Mannes, der, wenn auch unter diesen Umständen, sich weiterhin zum König erklärt, wenn auch nicht von einem Reich dieser Welt. Pilatus ist nicht in der Lage, diese Sprache zu verstehen, und noch weniger die Rede von der Wahrheit (V. 36-37). Seine untersuchenden Fragen haben eine politische Bedeutung; es genügt ihm festzustellen, das dieser Typ, so übel zugerichtet, keine Gefahr für das römische Reich darstellt. Auch heute ist das an der Wand hängende Zeichen des gekreuzigten Gottmenschen weit davon entfernt, eine Drohung darzustellen. Es ist vielmehr eine objektive Wohltat! Jeder, der auch nur ein wenig informiert ist, der ein aufrichtiges und von abwegigen Ideologien freies Herz hat, versteht es gelassen. 

 
Der gleiche Pilatus, Vertreter des mächtigsten Reiches der Welt, wird das Königtum Jesu anerkennen mit jener Inschrift, die am Kreuz angebracht wurde: „Jesus, der Nazarener, der König der Juden“ (Joh 19,19). In Jesus ist der wahre „Menschensohn“ Fleisch geworden, jene geheimnisvolle Person, -- Vorspiel des neuen Volkes! – vorausgesagt vom Propheten (1. Lesung), der von Gott Macht und Herrschaft empfängt vor „allen Völkern, Nationen und Sprachen“: eine Herrschaft, die „nicht vernichtet werden wird“ (V. 14). Das Volk Daniels erfährt in diesem Augenblick die Unterdrückung, verzichtet aber nicht auf die großartigen Träume für die Zukunft. Das Volk des neuen Reiches wird Christus als Sammelpunkt haben. Sie haben Ihn durchbohrt, Er aber ist das Alpha und das Omega (2. Lesung).

 
Jesus verzichtet nicht auf Seinen Königstitel, entleert ihn aber von allen eitlen Dingen der Herrschaften dieser Welt und reichert ihn an mit neuen, evangelischen Inhalten: wer der Erste ist, soll der Diener aller werden; er verbündet  sich nicht mit den Reichen, sondern zieht es vor, auf der Seite der Letzten zu stehen; er erteilt keine Befehle, sondern gehorcht; er tötet niemanden, sonder stirbt selber für alle; es ist nicht wichtig, bedient zu werden, sondern  sich zu Dienern zu machen. (*)

 
Pilatus zeigt allen den Menschen, den gescheiterten König, mit Dornen gekrönt… Jesus hat schon wiederholt seine Identität, sein Evangelium erklärt. Wer verstehen wollte, hat Ihn verstanden. Nun befindet sich Jesus da, vor aller Augen, wartet schweigend. Jeder muß seine eigene persönliche Antwort geben, die Wahl seines Lebens treffen: sich für das leichte Leben der Macht und des Reichtums entscheiden, oder den Sieg davontragen, indem er sich zum demütigen und armen Jünger eines gescheiterten Königs macht, der gekreuzigt worden ist und auferstanden ist. Aus Liebe! … Den Schritten eines gescheiterten Königs, zu folgen mag als ein Konkursunternehmen erscheinen, aber das Reich Gottes scheitert nicht! Der Papst hat es den Bischöfen der Schweiz ins Gedächtnis gerufen (Homilie am 7. 11. 2006), in dem er in ausladender und kreativen Weise die Parabel von den zum großen Gastmahl Eingeladenen kommentiert (vgl. Luk 14,15-24).  Trotz der dauernden Ablehnungen  von Seiten der menschlichen Freiheit, scheitert Gott nicht. Er findet immer neue Wege, um seinen Heilsplan für die ganze Menschenfamilie zu verwirklichen.

 
An diesem Heilswerk will Gott so viele Freunde teilnehmen lassen und sie an der Mission in der ganzen Welt beteiligen. Viel sind die Weisen und Zeiten der Beteiligung. Neben den Initiativen, die das Werk der Glaubensverbreitung sichtbar werden lassen (Kongresse, Synoden, Dokumente, Veröffentlichungen…), geht es um die kapillare und verborgene Arbeit der Missionare und Missionarinnen; die ständige Anwesenheit von Priestern und Laien als Erzieher und Katecheten; die hochherzigen Gesten von jungen Männern und Frauen; die Unterstützung der Gebete, die von den Kranken aufgeopfert werden; und so viele andere Initiativen, die, wenn auch begrenzt und verborgen, dazu dienen, den Missionseifer für das Reich Gottes zu erneuern und zu unterstützen.

 

Wort des Papstes

(*)  „Während seiner Passion hingegen erhob er vor Pilatus den Anspruch auf ein einzigartiges Königtum. Auf dessen ausdrückliche Frage: »Also bist du doch ein König?«, antwortete Jesus: »Du sagst es, ich bin ein König« (Joh 18,37). Kurz zuvor aber hatte er erklärt: »Mein Königtum ist nicht von dieser Welt« (Joh 18,36). Das Königtum Christi ist nämlich Offenbarung und Verwirklichung des Königtums Gottvaters, der über allem mit Liebe und Gerechtigkeit waltet… Das Reich Christi ist nicht von dieser Welt, es bringt aber alles Gute zur Erfüllung, das – Gott sei Dank – im Menschen und in der Geschichte vorhanden ist. Wenn wir dem Evangelium entsprechend die Liebe zu unserem Nächsten in die Tat umsetzen, so machen wir für die Herrschaft Gottes Platz, und sein Reich verwirklicht sich mitten unter uns. Wenn hingegen jeder nur an seine eigenen Interessen denkt, dann kann die Welt nur zugrunde gehen.

Benedikt XVI

Angelus am Christkönigsfest, 23. XI. 2008

 
Auf den Spuren der Missionare

- 21/11: Hochfest Christi, des Herrn und Königs des Alls.

- 22/11: Hl. Cäcilia, römische Martyrin. – Welttag der Musik.

- 23/11: Hl. Kolumban, Abt (+615), geboren in Irland, Wandermissionar in Frankreich, der Schweiz und Italien, Gründer zahlreicher Klöster.

- 23/11: Sel. Michael Augustinus Pro (1891-1927), mexikanischer Jesuit, Märtyrer während der Kirchenverfolgung. Mit ihm gedenken wir zahlreicher anderer Märtyrer der gleichen Periode.

- 24/11: Hl. Andreas Dung Lac (+1839), Priester, und verschiedene andere Märtyrergefährten in Vietnam. Johannes Paul II hat 1988 117 von ihnen heilig gesprochen: Bischöfe, Priester und Laien, die an verschieden Orten und in  verschiedenen Weisen und Zeiten getötet wurden.

- 24/11: Selige Peter Kibe Kasui (1587-1639), japanischer Jesuit, und 187 Märtyrergefährten, in der Zeit von 1603 bis 1639 getötet wurden; von ihnen waren vier Priester und alle anderen Laien, unter ihnen auch Frauen und Kinder. Diese 3. Gruppe von japanischen Märtyrern  (nach denen von 1597 und 1622) wurden am 24. November 2008 in Nagasaki selig gesprochen.

- 26/11: Hl. Leonhard von Porto Maurizio (1676-1751), Franziskanerpriester, Wanderprediger, der Volksmission gewidmet. Ist der Inspirator des Kreuzweges.

- 26/11: Sel. Giacomo Alberione (1884-1971), Gründer der Pauliner Familie (mit über zehn Institutionen), zur Verbreitung des Evangeliums mit Hilfe der sozialen Kommunikationsmittel und zur Förderung der Berufe.

- 26/11: Gedächtnis von Kardinal Lavigerie (1825-1892), französischer Bischof in Algerien, Gründer Missionare von Afrika (Weiße Väter).

 

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A cura di: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Sito Web:   www.euntes.net    “Parola per la Missione”

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